Nach Rücktrittsforderungen von fünf Missbrauchsbetroffenen hat Hannovers Landesbischof Ralf Meister einen Kulturwandel im Umgang mit sexualisierter Gewalt angekündigt. Es werde von ihm keine Predigt mehr geben, keine Fürbitte «ohne den Bezug auf Menschen, die in unserer Kirche sexuelle Gewalt erlitten haben», sagte der 62 Jahre alte Theologe am Freitag in Loccum (Landkreis Nienburg) vor der Landessynode. Am letzten Tag der Tagung des Kirchenparlaments stand das Thema sexualisierte Gewalt im Mittelpunkt. Seit Monaten nehme er auch nach außen in allen Reden und Vorträgen Bezug auf das Unrechtsgeschehen, sagte Meister.
Der Bischof ging in seiner Ansprache nicht auf die kurz vor der Synode öffentlich gewordenen Rücktrittsforderungen ein. Vor Journalisten sagte er später, dass er die Kritik der Betroffenen extrem ernst nehme. Allerdings wolle die Landeskirche Veränderungen zügig umsetzen, dies sei nicht möglich, wenn sie aufgrund von personellem Wechsel in eine «institutionelle Chaoslage» gerate.