Mai und Juni sind die härtesten Wochen des Jahres für Gräserpollenallergiker. Allergieexperte Dr. Rüdiger Wahl erklärt, warum der richtige Zeitpunkt zum Lüften zwischen Stadt und Land komplett verschieden ist, warum ein Regenschauer trügerisch ist – und warum viele Betroffene in Wahrheit gar nicht das Problem haben, das sie zu haben glauben.
Es beginnt mit einem Kratzen im Hals beim Joggen durch die Eilenriede. Mit tränenden Augen auf dem Rad nach Walle. Mit einem Niesanfall, kaum dass man in Cuxhaven oder Göttingen das Fenster öffnet. Für rund 70 Prozent aller Pollenallergiker in Deutschland – und damit auch für hunderttausende Niedersachsen – hat die belastendste Zeit des Jahres begonnen: die Hochsaison der Gräserpollen.
Die Zahlen, die Dr. Rüdiger Wahl nennt, klingen fast irreal. Über 30 Jahre leitete der promovierte Biochemiker ein Forschungs- und Entwicklungslabor im niedersachsennahen Reinbek, veröffentlichte rund 220 wissenschaftliche Arbeiten und hielt rund 1.000 Vorträge. Sein Urteil gegenüber des Luftfilter-Unternehmens Coway zur aktuellen Lage ist eindeutig: „Mai und Juni sind die kritischsten Monate des Jahres für Gräserpollenallergiker. Das ist die absolute Hochsaison."