Der Islamismus ist nach Einschätzung von Niedersachsens Verfassungsschutz weiter eine akute Gefahr für die innere Sicherheit. «Die Gefahr islamistischer Anschläge ist nach wie vor hoch und hat keineswegs abgenommen», sagte Verfassungsschutzpräsident Dirk Pejril der Deutschen Presse-Agentur.
Dabei radikalisierten sich heute zunehmend Menschen, «die wir vorher nicht auf dem Schirm hatten», sagte Pejril. «Wer sich heute radikalisiert, geht dafür nicht zwingend in eine islamistische Moschee.» Oft passiere das online in geschlossenen Gruppen und Foren – auch bei Flüchtlingen. «Wir stellen zunehmend junge Männer mit Fluchthintergrund fest, die in Deutschland nicht richtig angekommen sind und sich dann online radikalisieren.»
Terrororganisationen aus dem Ausland suchen gezielt im Internet nach «labilen, nicht gefestigten Personen, um sie zu Gewalttaten zu motivieren». Die Radikalisierungsverläufe von Einzelpersonen seien im Internet deutlich schwerer zu erkennen, weil sie überwiegend keine erkennbaren Aktivitäten in der realen Welt zeigten. Von ihnen könne aber ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgehen, das bis zur Planung von Anschlägen reiche.