Das Atommülllager Asse mit rund 126.000 Fässern mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen gilt als eines der größten umweltpolitischen Probleme des Landes. Dabei ist seit 2013 mit der sogenannten «Lex Asse» im Atomgesetz festgelegt, dass der Atommüll schnellstmöglich geborgen werden soll und die marode Schachtanlage im Osten Niedersachsens unverzüglich stillzulegen ist. Nun sorgt eine Verzögerung für Unmut und befeuert eine Debatte.
Betreiber: Beginn der Rückholung nicht mehr darstellbar
Die für die Bergung zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) teilte am Dienstagabend mit, dass sich die Räumung des Bergwerks um mehrere Jahre verschiebt. «Mit dem jetzigen Kenntnisstand lässt sich der Rückholbeginn 2033 nicht mehr darstellen», teilte die Gesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Peine mit. Erst wenn ein neuer Schacht Asse 5 mit Förderanlage gebaut sei, könne mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Rückholung begonnen werden, hieß es.
In ihren Planungen gehen die Betreiber nun davon aus, dass die Einsatzbereitschaft der Schachtförderanlage 2039 hergestellt sein kann. Mit einem Rückholplan aus dem Jahr 2020 hatte die BGE den Beginn der Bergung für 2033 anvisiert. In den vergangenen Wochen war aber bekanntgeworden, dass der Termin geplatzt. «Der Rückholplan 2020 war ein Konzept, das an vielen Stellen noch nicht so detailliert planungsuntersetzt sein konnte, wie es mit dem heutigen Kenntnisstand möglich ist», begründete die BGE.