Der suspendierte Göttinger Landrat Marcel Riethig (SPD) denkt, dass er vor allem wegen seiner Entscheidungsfreudigkeit in die Schusslinie geraten ist. Die Haltung, dass ein von Bürgerinnen und Bürgern gewählter Chef Entscheidungen treffen dürfe, werde nicht von allen so gesehen und unterstützt, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er sieht in den Vorwürfen, die zu seiner vorläufigen Suspendierung führten, auch eine kulturelle Debatte.
Vor mehr als einem Monat waren Vorwürfe gegen die Amtsführung Riethigs laut geworden. Es geht unter anderem um Vetternwirtschaft und Rechtsverstöße. Mehrere Führungskräfte, darunter drei Kreisräte, hatten einen Beschwerdebrief unterschrieben, der der Kommunalaufsicht übergeben wurde.
Das niedersächsische Innenministerium leitete ein Disziplinarverfahren ein und suspendierte Riethig. Einige Vorwürfe wies das Ministerium inzwischen zurück. Riethig, der mit der Beschwerde nach eigenen Angaben überhaupt nicht gerechnet hatte, hält die Vorwürfe für verfälscht sowie unvollständig und weist sie zurück.