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Pistorius erklärt Bedarf für weiteren Nordsee-Marinehafen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte, mit einem möglichen zweiten Marinestützpunkt an der deutschen Nordseeküste werde zusätzliche Kapazität geschaffen.  / Foto: Lars Penning/dpa
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte, mit einem möglichen zweiten Marinestützpunkt an der deutschen Nordseeküste werde zusätzliche Kapazität geschaffen. / Foto: Lars Penning/dpa

Seit Monaten gibt es Diskussionen um einen möglichen zweiten deutschen Marinehafen an der Nordsee. Bei einem Truppenbesuch in Ostfriesland sagt der Verteidigungsminister, warum er dafür Bedarf sieht.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat bei einem Truppenbesuch in Ostfriesland den Bedarf für einen zweiten Marinehafen an der deutschen Nordseeküste betont. «Das ist zum einen eine Frage der Absicherung», sagte der SPD-Politiker während eines Besuchs beim Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Kdo SES) «Ostfriesland» in Leer. Im Ernstfall brauche Deutschland einen zweiten Hafen, um ausweichen zu können und um Erreichbarkeiten sicherzustellen, sagte Pistorius. 

«Und es geht natürlich auch darum, die Kapazitäten zu schaffen, die es braucht, wenn im Ernstfall Hunderttausende von Alliierten mit Material und Personal durch Deutschland ziehen und davor eben in Deutschland anlanden müssen», sagte der Verteidigungsminister. An der Nordseeküste verfügt die Marine bislang nur in Wilhelmshaven über einen Marinestützpunkt.

Zuvor hatte der Minister bereits am Montag auf seiner Sommerreise in Bremerhaven gesagt, dass die Entscheidung, wo ein zweiter Marinehafen gebaut werden könnte, in den nächsten zwei bis drei Monaten getroffen werden soll. Als Favoriten gelten die Häfen in Emden und Bremerhaven. 

Pistorius: Sanitätsdienst ist Lebensversicherung unserer Soldaten

An der ostfriesischen Nordseeküste besuchte Pistorius das in Leer stationierte Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst. Es ist etwa bei militärischen Evakuierungsoperationen, humanitärer Hilfe und der Unterstützung von Spezialkräften im Ausland gefragt. Zum Verband zählen unter anderem drei Sanitätseinsatzkompanien, die kurzfristig mit Material und Personal verlegebereit sind. An 18 Auslandseinsätzen war der Verband bislang beteiligt - zuletzt halfen Soldaten aus Ostfriesland mit der Luftwaffe beim Erdbeben in Venezuela. 

Der Verteidigungsminister besichtigte unter anderem ein sogenanntes Luftlande-Rettungszentrum, in dem Verletzte versorgt und operiert werden können. Soldaten kümmern sich darin um die erste chirurgische und intensivmedizinische Versorgung. 

Pistorius lobte die «maximale Flexibilität bei höchster Professionalität», die das Kommando habe. Deutschland müsse jederzeit auf Krisen unterschiedlicher Art vorbereitet sein - dazu zähle auch ein Verteidigungskrieg. «Wir tun alles dafür, um den durch wirksame Abschreckung und Diplomatie zu verhindern. Aber wenn es so weit kommt, müssen wir eben auch im Sanitätsbereich voll handlungs- und durchhaltefähig sein», sagte Pistorius. Der Sanitätsdienst und die schnellen Kräfte seien «die Lebensversicherung unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz».

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