Die norddeutschen Industrie- und Handelskammern haben die Stimmenthaltung Deutschlands beim geplanten EU-Lieferkettengesetz in Brüssel als positives Signal gewertet. Viele Unternehmen in den vom Außenhandel geprägten Küstenländern ächzten bereits unter den Lasten des deutschen Lieferkettengesetzes. «Grundsätzlich wäre eine europäische Regelung begrüßenswert - jedoch nicht unter den aktuellen Bedingungen, die insbesondere für mittelständische Unternehmen mit umfangreichen und tiefen Lieferketten direkt und indirekt erhebliche Lasten verursachen», warnte IHK Nord-Geschäftsführer Alexander Anders am Mittwoch.
Es müsse in der Frage der Grundsatz «Sorgfalt vor Eile» gelten. «Für eine starke europäische Wirtschaft, die die menschenrechtliche und ökologische Situation in den Lieferketten effektiv verbessern soll, brauchen wir eine praktikable, unbürokratische und vor allem rechtssichere europäische Regelung», betonte Anders. Die IHK Nord ist der Zusammenschluss dreizehn norddeutscher Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.