Niedersachsen streicht 272 bürokratische Pflichten
Im Kampf gegen zu viel Bürokratie hat die niedersächsische Landesregierung 272 Vorschriften und Pflichten auf eine Streichliste gesetzt, die vereinfacht oder ganz abgeschafft werden sollen. «Es kommt weg, was wegkann», sagte Ministerpräsident Olaf Lies. Er kündigte an: «Diese Liste bedeutet nur den Anfang.» Der SPD-Politiker sprach von einer umgekehrten Beweislast. «Nicht wer eine Pflicht abschaffen will, muss sich rechtfertigen, sondern wer sie behalten will», sagte Lies. «Jede Stunde, die niemand mehr in einen Bericht steckt, den keiner braucht, ist eine Stunde für die eigentliche Arbeit – im Betrieb, in der Schule, im Rathaus.» Nach dem Motto «einfacher, schneller, günstiger» sollen so Verfahren für Bürger, Unternehmen, Kommunen und Verwaltung beschleunigt werden. Um die Streichliste der 272 Pflichten abzuarbeiten, sind unter anderem Änderungen an Gesetzen und Verordnungen notwendig. Bei einem Großteil der Pflichten sollen die notwendigen Schritte bis Jahresende veranlasst sein. Insgesamt hat die Staatskanzlei rund 3.000 bestehende Pflichten erfasst. Etwa 700 davon können vom Land nicht ohne Weiteres geändert werden, weil sie auf Bundes- oder EU-Recht beruhen. Nach Abarbeitung der ersten Streichliste blieben also noch rund 2.000 Pflichten bestehen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenDrei Beispiele aus der Streichliste: