Der geplante Beginn der Rückholung des radioaktiven Abfalls aus dem maroden Atommüll-Lager Asse in Niedersachsen ist geplatzt. «Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, so dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann», sagte Dagmar Dehmer, Sprecherin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Bisher hatte die zuständige Betreibergesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Peine eine Rückholung der Abfälle ab dem Jahr 2033 anvisiert.
Milliardenkosten bis zum Start
Die BGE hatte 2020 einen Plan vorgelegt, nach dem 2033 mit der Rückholung begonnen werden sollte. Die Kosten nur bis zum Start kalkulierte die BGE schon damals mit mehr als drei Milliarden Euro. Das Vorhaben von 2020 sei ein Konzept gewesen, das «an vielen Stellen nicht planungsuntersetzt» gewesen sei, heißt es nun von der BGE. Der Plan habe grobe Zeitabschätzungen angenommen, die inzwischen überholt seien und sich teilweise als deutlich zu niedrig angesetzt herausgestellt hätten.
Kritik vom Umweltminister
Kritik kam von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne): «Ich bin empört, dass die vom Bundestag beschlossene Räumung der Asse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden soll, aber stattdessen die Flutung des Bergwerks vorbereitet wird», hieß es in einer Stellungnahme. Er erwarte von der Bundesregierung, dass sie dafür sorge, dass sich die BGE an das Asse-Gesetz halte und die Räumung des Atommülls aus dem «absaufenden Bergwerk» endlich angehe.
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