Mit der Taufe der Korvette «Lübeck» im Hamburger Hafen hat das inzwischen zehnte und vorerst letzte neue Schiff der Klasse 130 für die Deutsche Marine einen entscheidenden Schritt erreicht. Nun folgten die endausgerüstete Inbetriebnahme, die Funktionsüberprüfungen und Abnahmen, ehe das 89 Meter lange und etwa 400 Millionen Euro teure Boot voraussichtlich 2028 an die Bundeswehr übergeben werden könne, teilte die Rheinmetall-Division Naval Systems mit.
Stadtwappen und Bücher für die «Lübeck»
Lindenau überreichte für die Korvette ein Stadtwappen der Hansestadt sowie fünf für Lübeck wichtige Bücher: ein Bildband der Hansestadt Lübeck, ein Buch mit Geschichte der Hanse und jeweils ein Buch der drei Nobelpreisträger der Stadt: Willy Brandt, Thomas Mann und Günter Grass.
Der Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, Vizeadmiral Axel Deertz, nannte die Korvette ein Statement, «dass Deutschland der maritimen Sicherheit im Ostseeraum verpflichtet bleibt und den stetigen Trend fortschreibt, mehr Verantwortung am scharfen Ende zu übernehmen».
Gleichzeitig beklagte er jedoch die lange Beschaffungsdauer. «Während diese Verzögerungen außerhalb der Streitkräfte entweder mit einem Achselzucken oder entsprechend scharf formulierter Presse begleitet werden, bedeuten sie für die Marine jedes Mal, aus dem dünnen Bestand zu kompensieren.»
Korvette für küstennahe Operationen konzipiert
Die neuen Korvetten sind den Angaben zufolge insbesondere für küstennahe Operationen konzipiert und damit für die Aufklärung und die Seezielbekämpfung vor allem in Nord- und Ostsee geeignet. Gefertigt werden die Schiffe durch die Arbeitsgemeinschaft K130 unter Federführung der Rheinmetall-Division Naval Systems. Beteiligt sind auch die Marineunternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) und German Naval Yards, die ihren Sitz in Kiel haben.
Die «Lübeck» gehört zur sogenannten Braunschweig-Klasse 130, von der die Marine fünf Schiffe zwischen 2008 und 2013 in Dienst gestellt hatte. 2017 folgte ein Auftrag über fünf zusätzliche Korvetten. Vor der «Lübeck» wurden bereits die «Augsburg», die «Köln», die «Emden» und die «Karlsruhe» getauft.