Künftig wird es über dem Himmel in Ostfriesland wieder öfter mal laut: Nach mehr als drei Jahren Pause operieren die Eurofighter des Luftwaffengeschwaders 71 «Richthofen» wieder vom Luftwaffenstützpunkt in Wittmund. Die Luftwaffe verlegte die ersten sechs Kampfjets vom Luftwaffenstützpunkt Laage (Landkreis Rostock) zurück nach Niedersachsen. Dort war das Geschwader vorübergehend seit Anfang 2022 stationiert, weil der Wittmunder Nato-Luftwaffenstützpunkt umfassend saniert wird - dazu musste der Flugbetrieb pausieren.
«Das ist für uns ein riesiger Moment als Verband», sagte auch der stellvertretende Geschwaderkommodore, Sebastian Fiedler. «Wir sind in den letzten fast dreieinhalb Jahren fünf Millionen Kilometer gependelt. Wir haben 10.000 Flugstunden nicht an unserem Heimatflugplatz geflogen», sagte Fiedler.
Alarmrotte kommt später zurück
Der Luftwaffenstützpunkt in Wittmund ist einer von vier Eurofighter-Standorten der Luftwaffe in Deutschland. Dort ist normalerweise auch die nördliche Alarmrotte zur Absicherung des deutschen Luftraums stationiert. Diese Flieger werden vorerst noch in Rostock-Laage bleiben, voraussichtlich bis zum vierten Quartal 2026, wie die Luftwaffe mitteilte. Dann soll der Flugbetrieb in Wittmund in vollem Umfang wieder aufgenommen sein. Die Abfangjäger sichern den deutschen Luftraum ab. Ihre Aufgabe ist es, binnen Minuten mit zwei Eurofightern aufzusteigen.
Der erste Flugbetrieb soll im August in Wittmund anlaufen. Dann sind die Bauarbeiten auf dem Flugplatz allerdings noch lange nicht abgeschlossen. Durch Investitionen von rund 774 Millionen Euro in die Infrastruktur soll Wittmund nach Angaben des Staatlichen Baumanagements in der Region Nord-West bis 2032 der modernste Militärflughafen Deutschlands werden.