Die Bundeswehr erwartet von einer Militärübung im Seehafen Rostock Erkenntnisse für den neuen Verteidigungsplan. Solche Übungen müsse es in Zukunft immer wieder und auch in größerem Umfang geben, «um festzustellen, was noch verändert werden muss, wo die Truppe etwas anders tun muss, wo wir vielleicht den Plan verändern müssen», sagte der Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos (TFK), André Bodemann, der Deutschen Presse-Agentur Stunden vor einer öffentlichen Demonstration der Fähigkeiten an diesem Freitag. Bei der Übung «National Guardian» trainiert die Truppe einen Ausschnitt aus dem Operationsplan Deutschland, insbesondere Verladung und Verlegung der aktiven Truppe. Dabei werden Teile der 10. Panzerdivision auf ein Roll-on-Roll-off-Schiff geladen und damit nach Klaipeda in Litauen eingeschifft.
«Das konkrete Szenario sieht so aus, dass es eine große Truppenzusammenziehung an der Nato-Ostflanke gegeben hat. Russland hat zu Manövern aufgerufen, die ein Potenzial haben, tatsächlich das Nato-Territorium zu bedrohen», sagte Bodemann, der damit die Rahmenbedingungen des Manövers benannte. Die Nato habe sich in diesem Übungsszenario entschieden, große Teile ihrer Truppen über die logistische Drehscheibe Deutschland zur Abschreckung an die Ostflanke zu verlegen.