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Besonderer Job auf besonderer Insel wird vergeben

Auf der Insel Wangerooge war das Amt des Bürgermeisters rund zwei Jahre nicht besetzt. Das wird sich nun ändern. (Archivbild) / Foto: Sina Schuldt/dpa
Auf der Insel Wangerooge war das Amt des Bürgermeisters rund zwei Jahre nicht besetzt. Das wird sich nun ändern. (Archivbild) / Foto: Sina Schuldt/dpa

Die salzige Brise und Möwenrufe gehören dazu. Auch sonst ist das Amt des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin auf Wangerooge speziell.

Die Insel Wangerooge wählt am Sonntag einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Das Amt ist seit Herbst 2023 unbesetzt. Es geht um einen besonderen Job an einem besonderen Ort. Denn:

Die Wege auf der rund 7,5 Quadratkilometer kleinen Insel sind kurz. «Innerhalb von zehn Gehminuten erreichen Sie alle wichtigen Punkte», schreibt die Ostfriesische Inseln GmbH im Internet. Um Wangerooge zu Fuß einmal zu umrunden, braucht man nach Angaben der Gemeinde etwa vier Stunden. 

Salzige Luft und kreischende Möwen

Der Spruch «Da arbeiten, wo andere Urlaub machen» passt. Die Insel ist autofrei, die Luft frisch und salzig. Statt Verkehrslärm hören die Menschen dort kreischende Möwen. Schiffe steuern die Insel an oder fahren vorbei. Der Blick kann weit über das Meer schweifen. Bei klarer Sicht ist es möglich, die Hochseeinsel Helgoland zu sehen. 

Das Inseldorf ist klein, auf Wangerooge leben rund 1.100 Menschen. Dazu kommen Touristen, die den Strand, das Meer und das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer erleben wollen. Etwa 1.200 Strandkörbe stehen nach Angaben der Gemeinde am Inselstrand. 

Insel ohne Rathaus

Das Büro des Bürgermeisters - gewählt wurden bislang nur Männer - ist nah am Wasser. Eine Verschnaufpause am Meer ist damit auch bei wenig Zeit möglich. Derzeit ist der Amtssitz im Gebäude der Gemeinde- und Kurverwaltung. Ein Rathaus gibt es nicht - noch nicht, wie Peter Kuchenbuch-Hanken (Grüne) erzählt, der einer der stellvertretenden Bürgermeister ist. Demnach soll ein alter Kindergarten zum Rathaus umgebaut werden.

So außergewöhnlich die Umgebung des künftigen Verwaltungschefs oder der Chefin auf Wangerooge auch ist, die Herausforderungen des Jobs ähneln denen von anderen kleinen Gemeinden. «Das ist in erster Linie ein Verwaltungsjob», sagt Kuchenbuch-Hanken. Er verweist darauf, dass der Gemeinde Geld für wichtige Vorhaben fehlt - so geht es auch anderen Kommunen. Rieka Beewen, die derzeit die Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters ist, nennt als wichtige Themen Wohnraum, Küstenschutz und Fachkräftemangel. Auch damit ist Wangerooge in Niedersachsen nicht allein. 

Posten ohne Ausschreibung aber mit Anzeige

Die Stelle des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin wird grundsätzlich nicht ausgeschrieben, es gibt kein klassisches Bewerbungsverfahren. Jede Person mit bestimmten Grundvoraussetzungen kann sich unter Einhaltung bestimmter Regeln zur Wahl aufstellen lassen. Dass es im aktuellen Fall Stellenanzeigen gab, lag an den Parteien CDU, SPD und Grüne aus dem Gemeinderat. Sie suchten mit einer Ausschreibung einen gemeinsamen Kandidaten, der dann bei der Wahl antrat. Knapp 500 Bewerbungen gingen ein. 

Insulanerin oder Blick von außen? 

Bei der Wahl am 17. August traten fünf Männer und eine Frau an, doch niemand von ihnen erreichte die absolute Mehrheit. Die rund 1.100 wahlberechtigten Menschen auf der Insel haben nun die Wahl zwischen Tina Marjatta Mißmahl (Einzelbewerberin) und Sven Janisch (Einzelbewerber). Während die 53-Jährige in ihrem Vorstellungsvideo auf die Nähe zu den Menschen und ihre Erfahrungen als Insulanerin setzt, will der 51-Jährige mit seinem Blick von außen punkten. Mißmahl ist Bauingenieurin mit einem Master in öffentlicher Verwaltung, Janisch Verwaltungsfachwirt.

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