Der Zentralrat der Juden verzeichnet eine erstarkte Feindseligkeit gegenüber der Religion in Deutschland und fordert, diese mit Entschlossenheit zu bekämpfen. «Seit dem 7. Oktober spüren wir einen explosionsartigen Anstieg des Antisemitismus», sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, in Braunschweig. Schuster sprach anlässlich der feierlichen Ausstellungseröffnung «Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland» im Staatstheater der niedersächsischen Stadt.
Judenhass sei nie aus Deutschland verschwunden, seit dem 7. Oktober habe er aber eine neue Dimension gewonnen, sagte Schuster. «Wenn wir dem Antisemitismus die Stirn bieten wollen, dann braucht es entschlossenes Handeln der Politik», forderte er und betonte, dass es damit nicht getan sei. «Anstand und demokratische Kultur lassen sich nicht politisch verordnen», sagte der Zentralratspräsident. Es komme auf den Einzelnen an, die Schau betone eine «schmerzliche Aktualität».