Eine zweite Gedenkstätte erinnert in Delmenhorst an die Opfer des ehemaligen Pflegers Niels Högel. Das zwei mal vier Meter große Beet mit einem Gedenkstein und einer Tafel befinde sich bewusst in Sichtweite des Tatorts am Klinikum, sagte der Opfer- und Hinterbliebenenvertreter Christian Marbach vor der Einweihung am Dienstagnachmittag. «Es ist ein ruhiger Ort, aber trotzdem sichtbar. Das ist unaufgeregt, nichts Imposantes und passt gut zu unserem Gedenken.»
Das Landgericht Oldenburg hatte Niels Högel 2019 wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Als Krankenpfleger in den Kliniken Delmenhorst und Oldenburg verabreichte er nicht verordnete Medikamente, um sich mit Reanimationen zu profilieren.
Die erste Gedenkstätte liegt etwas versteckt in einem Park in Delmenhorst, seit 2016 verweisen dort drei Bäume und ein kleines Schild an die getöteten Patientinnen und Patienten. «Die erste Gedenkstätte war der Sache nicht würdig», kritisierte Marbach. Der Ort habe keinen Bezug zu den Morden, die Angehörigen seien damals nicht einbezogen worden.