Dass es Ben Matthis Wroblewski einmal beruflich in die Musikwelt zieht, ist ihm bereits in die Wiege gelegt worden. Sein Vater Benjamin, der an der Leuphana Universität in Lüneburg lehrt, spielt Klavier, sein Bruder Jakob Schlagzeug, eine Schwester Saxofon und eine singt in Musicals. Matthis wählte die Posaune und liebt Jazz. Es wurde viel geübt zu Hause in der kleinen Hansestadt, vor zwei Jahren bekam der inzwischen 24-Jährige den Kulturförderpreis des Landkreises Lüneburg.
«Der Preis war etwas ganz Besonderes», erzählt der Student an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, an der er gerade seinen Bachelor of Arts abgelegt hat. Zwei Jahre war Wroblewski Mitglied des Bundesjazzorchesters, reiste mit nach Ecuador und Montenegro. Immer mit dabei die für Flugreisen etwas sperrige, wertvolle Posaune, die er Secondhand von einem Musiker übernahm. «Die meisten Jazzmusiker spielen mit alten Instrumenten», berichtet er. «Früher wurde mehr mit Liebe verarbeitet.»
Manchmal lässt er das gute, etwa 2.000 Euro teure Stück im abschließbaren Instrumentenraum in der Hochschule. Zwar seien Querflöten und Saxofone noch wertvoller, aber ein besseres Gefühl habe er, wenn die Posaune über Nacht in seiner Nähe sei. Zwei- bis dreimal die Woche tritt er abends mit verschiedenen Bands auf, manchmal bucht ihn die NDR Big Band. So kann er sein Studium finanzieren, das er mit dem Master fortsetzt.