Trommeln für den Sturm, ein lang gezogener Ton für weite Bälle und Mordslärm für ein Tor: In der Hamburger Laeiszhalle ist am Sonntagnachmittag das fulminante Aufstiegsspiel des Fußballvereins FC St. Pauli live vertont worden. Zwei Ensembles sind dafür vor gut 650 Besucherinnen und Besuchern gegeneinander angetreten und haben das Spiel St. Pauli gegen den VfL Osnabrück zu einem witzig-unterhaltsamen Klangerlebnis gemacht.
Das zehnköpfige Ensemble Resonanz und deren Dirigentin waren dabei das St.-Pauli-Orchester, die Band des bekannten Elektronik-Künstlers Matthew Herbert vertonte die Spielzüge der Osnabrücker. Das Spiel konnten Musiker und Publikum auf großen Bildschirmen live verfolgen. Mal mit und mal ohne Stadionatmosphäre. Nicht nur jeder Standard hatte seine eigene Melodie, auch Zeitlupen, Fouls und der Blick zur Trainerbank bekam eigene Patterns. Außerdem blieb Zeit für Soli und viel Improvisation
Die witzigsten Momente waren die, bei denen die Musiker die einzelnen Spielzüge über eine längere Zeit vertonten. Jeder Pass ein Geräusch, jeder Ecke eine Melodie. Wie die musikalische Begleitung eines Slapstick-Stummfilms.