Wohin kommt der markante rot-weiße, aber marode Leuchtturm «Roter Sand» in der Wesermündung? Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte den Turm erhalten und plant einen Umzug ans Festland – mindestens zwei Orte stünden dafür auch bereit. Allerdings beschäftigte sich mit der Standortfrage auch der Landtag in Hannover. Vorausgegangen war eine Petition mit mehr als 5.000 Unterzeichnern. Die Initiatoren sind überzeugt: Der Turm muss bleiben, wo er ist. Ein Überblick über die Diskussion:
Was hat die Stiftung Denkmalschutz mit dem Turm vor?
Die Stiftung favorisiert einen Umzug des Bauwerks ans Festland. Einen Zeitplan gibt es bislang nicht, da Stiftung, Bund und Land weiter nach einem Standort suchen.
Als mögliche Standorte hatten sich Wilhelmshaven, Bremerhaven, Hooksiel im friesischen Wangerland sowie Fedderwardersiel auf der Halbinsel Butjadingen in Stellung gebracht. Inzwischen sind nur noch Fedderwardersiel und Wilhelmshaven im Rennen.
Sowohl für Bremerhaven als auch für Hooksiel konnten die zuständigen Wasserstraßen- und Naturschutzbehörden die erforderlichen Genehmigungen nicht erteilen. Die Verwechslungsgefahr mit aktiven Seezeichen sei zu hoch, hieß es in der Begründung der Stiftung.
Welche Alternative schlägt die Petition vor?
Ein Versetzen des Leuchtturms ist für den Juristen Dieter Riemer nicht hinnehmbar. Er startete deshalb eine Petition, die inzwischen mehr als 5.600 Niedersachsen unterzeichnet haben. «Der Leuchtturm ist 1885 in Betrieb gegangen, und schon damals war er eine Sensation», sagte Riemer vor dem Ausschuss.
«Roter Sand» sei «das allererste Offshore-Bauwerk der Welt» ‒ also ein feststehendes Bauwerk in der offenen See vor der Küste. Nach Ansicht des Bremerhaveners soll der rot-weiße Turm auch deshalb an seinem jetzigen Standort in der Wesermündung bleiben.
«Abtrennen, anheben, transportieren, wiederaufbauen ‒ bei jedem Schritt kann etwas schiefgehen», sagte Riemer. Ein Gutachten empfehle zudem die Sanierung vor Ort. Sowieso sei nach einem Abtransport ans Land «der Denkmalwert weg» ‒ denn dann sei es ja kein Offshore-Bauwerk mehr.
Für einen Umzug müsste der Turm vom Fundament getrennt werden, das dann in der Nordsee verrotten würde. «Damit wäre das erste Offshore-Bauwerk der Welt unwiederbringlich zerstört», heißt es in der Petition. Zudem wird der Landtag aufgefordert, «Roter Sand» als Unesco-Weltkulturerbe vorzuschlagen.