Im Zusammenhang mit dem Tierschutzskandal um den inzwischen geschlossenen Schlachthof Bad Iburg wird der Prozess gegen zwei Tierärzte verlängert. Es sollen weitere Protokolle als Beweismittel eingeführt werden. Auch Videoaufnahmen oder ein elektronisches Fahrtenbuch einer der Angeklagten sollen eventuell als Beweismittel gewürdigt werden, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts Bad Iburg sagte. Der Prozess soll daher am 9. April fortgesetzt werden.
Die beiden Veterinäre, heute 69 und 56 Jahre alt, waren als amtlich bestellte Tierärzte in dem Schlachthof tätig. Ihnen wird vorgeworfen, Fleisch für den Verzehr freigegeben zu haben, ohne wie vorgeschrieben die lebenden Tiere schon bei der Anlieferung gesehen und überprüft zu haben. Damit hätten sie sich des Betrugs und des Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht schuldig gemacht. Bislang hätten sie sich zur Sache noch nicht geäußert, sagte die Gerichtssprecherin.
Gravierende Fälle von Tierquälerei
Der Schlachthof wurde im Herbst 2018 geschlossen, nachdem Tierschützer heimlich aufgenommene Videos veröffentlicht hatten, die schwere Tierschutzverstöße zeigten. Zu sehen waren teils kranke und alte Tiere, die nicht mehr in der Lage waren, zu gehen. Sie wurden mit Seilwinden unter großen Schmerzen aus den Tiertransportern gezogen. In einigen Fällen sollen auch tot angelieferte Tiere zur Schlachtung gegeben worden sein.
Ein erster Prozess gegen die beiden Tierärzte wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz endete 2023 mit einem Freispruch. Damals hatte das Gericht nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit nachweisen können, dass beide Angeklagten von den Tierquälereien tatsächlich wussten.
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