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Mordprozess beginnt in umgebauter Reithalle

Mordprozess beginnt in umgebauter Reithalle
Erstmals nach dem Urteil gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette wird die zum Gerichtssaal umgebaute Reithalle am Stadtrand von Verden wieder genutzt. (Archivbild) / Foto: Sina Schuldt/dpa
Monatelang wurde der außergewöhnliche Gerichtssaal in Verden nicht genutzt. Nun soll dort ein Verbrechen aufgeklärt werden, bei dem ein Mann starb und ein anderer schwer verletzt wurde.

Nach tödlichen Schüssen in Nienburg beginnt heute (09.15 Uhr) vor dem Landgericht Verden ein Mordprozess gegen einen 32-Jährigen. Der Angeklagte soll Anfang Mai einen 37-Jährigen mit mehreren Schüssen getötet haben - «um seine Ehre wiederherzustellen», wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Bei der Tat wurde ein unbeteiligter Passant getroffen und erlitt so schwere Verletzungen, dass er seitdem querschnittsgelähmt ist. Hintergrund der Tat ist nach Erkenntnissen der Ermittler ein Streit zwischen Mitgliedern von Großfamilien. 

Kurz vor der Tat hatte es eine Verhandlung vor dem Landgericht Verden gegeben, bei der sieben Menschen wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt waren - darunter der später getötete 37-Jährige. Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Stunden später fielen die tödlichen Schüsse. Der angeklagte 32-Jährige mit deutscher und syrischer Staatsangehörigkeit wurde nach der Tat festgenommen und kam in Untersuchungshaft - wegen Mordes und versuchten Mordes. 

Die Verhandlung findet nicht in den Räumen des Landgerichts statt, sondern in der früheren Reithalle, die für den Prozess gegen die frühere Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette zum Gerichtssaal umgebaut wurde. Seit dem Urteil Ende Mai ist das zum Hochsicherheitstrakt umgebaute Gelände eines früheren Reithofs unbenutzt. In dem Gerichtssaal sitzt das Publikum hinter einer Sicherheitsscheibe.

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