Eine junge Frau aus Salzgitter soll mit ihren Missbrauchslügen mitverantwortlich dafür sein, dass ein Paar mehr als zwei Jahre unschuldig im Gefängnis saß. Am Montag (9.00 Uhr) beginnt am Amtsgericht Braunschweig ein Prozess gegen die Angeklagte, der schwere Freiheitsberaubung mit falscher Verdächtigung und uneidlicher Falschaussage vorgeworfen werden. Der Fall ist später als Missbrauchskomplex um Josephine R. bundesweit bekanntgeworden, weil Missbrauchslügen und Fehlurteile seit Jahren die Justiz beschäftigen. Zunächst war die Angeklagte selbst wegen eines falschen Geständnisses zu angeblichem Missbrauch und anderer Gewalttaten an ihrer Ex-Freundin Josephine R. zu sechs Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Nach diesem ersten Prozess rückten schwere Missbrauchsvorwürfe des vermeintlichen Opfers Josephine R. gegen die eigene Mutter und den Stiefvater in den Fokus. Im folgenden Prozess wurde die Mutter zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 13,5 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Partner bekam neun Jahre und sechs Monate Haft. Fast ein Jahr nach diesem zweiten Urteil hob der Bundesgerichtshof (BGH) den Schuldspruch auf. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war auch öffentlich klar, dass es starke Zweifel an der Glaubwürdigkeit der beiden Frauen gab. Mittlerweile sind die Eltern nach 684 Tagen unschuldig in Haft freigesprochen. Die nun Angeklagte kam nach vier Jahren Haft frei. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten