Die tödlichen Schüsse eines Polizisten auf einen jungen schwarzen Mann in Oldenburg sind aus Sicht einer Initiative von Menschen mit Migrationshintergrund Beleg eines systemimmanenten Rassismus in der Polizei. «Ich frage mich tatsächlich, wie viele Leute eigentlich noch sterben müssen, dass man nicht nur von Einzelfällen spricht, sondern dass wir wirklich mal das System umfassend in den Blick nehmen, um solche Dinge zu verhindern», sagte Tahir Della aus dem Vorstand der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) der Deutschen Presse-Agentur dpa.
In Oldenburg wurde am frühen Ostersonntag der 21 Jahre alte Lorenz von einem Polizeibeamten tödlich verletzt. Drei Schüsse trafen ihn von hinten. Ermittlerangaben zufolge hatte der Deutsche zuvor in einer Diskothek Reizgas versprüht und mehrere Menschen leicht verletzt. Dann flüchtete er. Als die Polizeibeamten ihn stellen wollten, soll er bedrohlich auf sie losgegangen sein und Reizgas in ihre Richtung gesprüht haben.