Es ist ein bisschen wie im Film: Im öffentlichen Teil spielen Hobby-Zocker um kleine Beträge - und im dunklen Hinterzimmer geht es um die ganz großen Summen: Ermittlern ist ein nach eigener Einschätzung «bedeutender Schlag» gegen illegale Sportwetten im Internet gelungen. Die Staatsanwaltschaft München I und die Münchner Polizei, die bei den internationalen Ermittlungen federführend sind, gehen davon aus, dass es seit 2012 im Umfeld legal betriebener Wettbüros so etwas wie virtuelle Hinterzimmer gab.
Es geht um Webseiten, die per verborgenem Pfad oder Einladungslink zugänglich waren und auf denen illegale Sportwetten, meist Fußballwetten, angeboten wurden. Gespielt wurde den Angaben zufolge um Summen in bis zu sechsstelliger Höhe. Die Ermittler sprechen von organisierter Kriminalität und einem hierarchisch angelegten Pyramidensystem.