Im Prozess gegen Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck in Hamburg könnte am 26. Juni ein Urteil fallen. Am Mittwoch wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Am nächsten Prozesstag sind nach bisheriger Planung Plädoyers und Urteil vorgesehen. Die in rechtsextremen Kreisen populäre 95-Jährige war 2015 vom Amtsgericht zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Dagegen hatte die Seniorin Berufung eingelegt. Zu dem Prozess kam es wegen zahlreicher Verzögerungen erst neun Jahre später. Vor dem Landgericht wirft die Staatsanwaltschaft der in Nordrhein-Westfalen wohnenden Frau Volksverhetzung in zwei Fällen vor. Seit Jahrzehnten befassen sich immer wieder Strafgerichte mit den Äußerungen von Haverbeck.
Die Staatsanwaltschaft in Hamburg wirft ihr Volksverhetzung in zwei Fällen vor. Haverbeck soll am 21. April 2015 am Rande des Lüneburger Prozesses gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning vor Journalisten gesagt haben, Auschwitz sei kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager gewesen. In einem Fernsehinterview des NDR-Magazins «Panorama» verneinte sie zudem, dass es dort eine Massenvernichtung von Menschen gab. Nach Schätzungen von Historikern ermordeten die Nazis allein im KZ Auschwitz-Birkenau mindestens 1,1 Millionen Menschen.