Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der libanesischen Hisbollah vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg hat die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Die beiden Angeklagten - ein Libanese im Alter von 50 Jahren und ein 56-jähriger Deutsch-Libanese - hätten nicht der islamisch-schiitischen Organisation angehört. Die Verteidiger forderten am Donnerstag auch die Aufhebung der Haftbefehle, wie eine Gerichtssprecherin weiter mitteilte. Die Bundesanwaltschaft hatte Ende Mai Haftstrafen wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung beantragt. Für den 50-Jährigen forderten die Anklagevertreter fünfeinhalb Jahre Gefängnis, für den 56-Jährigen drei Jahre.
Für die Hisbollah («Partei Gottes») gilt seit Ende April 2020 ein Betätigungsverbot in Deutschland. Die Vereinigung richte sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung, erklärte die Bundesanwaltschaft. Sie bestreite das Existenzrecht Israels und strebe dessen Vernichtung an. Neben Anschlägen auf militärische Ziele sehe die Hisbollah auch Angriffe auf Zivilisten als legitimes Mittel des Kampfes an. Die 1982 gegründete Organisation werde vom Iran unterstützt.