Nach dem Mordanschlag auf den Neffen eines berüchtigten Drogenbosses in Düsseldorf haben Spezialkräfte in Niedersachsen einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Der 39-Jährige stehe im Verdacht, einer der beiden Schützen zu sein, die am 30. Dezember in Düsseldorf nachmittags auf einer Hauptverkehrsstraße zehn Schüsse auf einen Taxi-Fahrgast abfeuerten. Das sagte Staatsanwalt Murat Ayilmaz auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte das Portal «Dewezet» berichtet.
Der Zugriff sei bereits am Dienstag in Hameln erfolgt. Der 39-jährige Syrer sitze inzwischen wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Das 40-jährige Opfer war von sieben Kugeln getroffen worden, überlebte aber dank einer Notoperation.
Zuvor war bereits im Januar ein Verdächtiger festgenommen worden. Bei ihm soll es sich um den Halter des Fluchtwagens handeln, der aber wohl nicht, wie zunächst angenommen, am Tatort war. Ihm wird dennoch Beihilfe zu dem Mordversuch vorgeworfen.
Drei Festnahmen
Ein dritter Verdächtiger war im März in Gelsenkirchen festgenommen worden. Er soll ebenfalls geschossen haben und sitzt wegen versuchten Mordes in U-Haft. In der Wohnung des 22-Jährigen waren ein Sturmgewehr und eine weitere Schusswaffe sichergestellt worden.
Wie die Ermittler dem Trio auf die Spur kamen, verriet der Staatsanwalt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Die Düsseldorfer Polizei habe in dem Fall aber mit großem Aufwand und hervorragend ermittelt. Es sei nun noch ein weiterer Verdächtiger auf freiem Fuß.
Das Opfer hatte vor der Tat an einer Kundgebung vor dem niederländischen Konsulat in Düsseldorf teilgenommen, bei der die Freilassung seines Onkels gefordert worden war. Der bekannte Drogenboss, der in den Niederlanden seit vielen Jahren im Gefängnis sitzt, wird auch als Pablo Escobar Europas bezeichnet.
Sein Neffe soll nach der Kundgebung in einem Taxi auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof gewesen sein, als vor ihm zwei Männer aus einem Wagen sprangen und auf ihn geschossen wurde. Ob es sich bei den Verdächtigen um Auftragskiller handeln könnte, oder etwa um Mitglieder einer konkurrierenden Drogenbande, dazu wollte der Staatsanwalt derzeit nichts sagen.
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