Die Einführung der elektronischen Fußfessel für Gewalttäter zur Verhinderung von Femiziden kann nach Erfahrungen aus Spanien abschreckend wirken. «Das Wissen, dass Verstöße sofort Alarm auslösen, scheint verbotene Kontakte zu verhindern», sagte Lorea Arenas, Dozentin für Kriminologie an der Universität Extremadura in Westspanien, der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Anekdotische Berichte und Opferbefragungen in Spanien zeigten ein gesteigertes Sicherheitsgefühl und weniger gemeldete Verstöße.
Frühzeitig in Netzwerktechnik investieren
«Eine wichtige Erkenntnis ist, dass dieses System eine Echtzeitüberwachung ermöglicht, wodurch direkter Kontakt verhindert und auf Verstöße schnell reagiert werden kann», sagte Arenas. «Zweitens ist die Koordination zwischen Gerichten, Polizei und Opferschutzdiensten entscheidend – Technologie allein reicht nicht aus.» Die Zahl der Femizide in Spanien sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten zwar gesunken, es sei aber schwierig, diesen Rückgang direkt der elektronischen Überwachung zuzuschreiben.
Internationale Studien zeigten jedoch, dass elektronische Überwachung neue Angriffe in Fällen sogenannter häuslicher Gewalt deutlich reduzieren könne, sagte sie der Zeitung. Im Falle Deutschlands riet sie, frühzeitig in Netzwerktechnik zu investieren und für enge Abstimmung zwischen Gerichten und Polizei zu sorgen.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten