Die Drogenschmuggelrouten entlang der deutschen Küste verlagern sich. Die Schmuggler reagierten auf den erhöhten Druck des Zolls in den großen Seehäfen, sagte der Leiter des Zollfahndungsamts Hamburg, Nils Gärtner. «Wir stellen Ausweichbewegungen fest auf kleinere und mittlere Seehäfen», so Gärtner während der Vorstellung der Bilanz 2025 des Hamburger Zolls. Ihm zufolge sind beispielsweise die niedersächsischen Häfen Wilhelmshaven, Emden und Brake von der Verlagerung betroffen.
Das Zollfahndungsamt Hamburg ist nicht allein für Hamburg zuständig, sondern für die gesamte deutsche Küste, wie eine Sprecherin sagte. Gärtner berichtete, der Zoll müsse deshalb das gesamte Zuständigkeitsgebiet überwachen. Für die Fahnder sei etwa relevant, wo außerhalb der großen Seehäfen Schiffe aus Südamerika in Norddeutschland ankämen.
In einem im Januar erschienenen Bericht hatte das europäische Polizeiamt Europol schon beschrieben, dass Verbrecher versuchten, die großen Häfen zu umgehen. Dazu organisierten die Kriminellen Drogenübergaben auf See. Große sogenannte Mutterschiffe brächten das Rauschgift zu kleineren Booten, die die Drogen weitertransportierten und an Land brächten.