Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade will die Region Hannover die Arbeit der Jugendhilfe sicherer machen. Das solle besonnen geschehen, ohne überhastetes Handeln, sagte die Sozialdezernentin der Region, Anne Spiegel. «Wir wollen nahbar sein und die Nähe auch beibehalten, und gleichzeitig wollen wir die Mitarbeitenden schützen», betonte die Grünen-Politikerin. In einem Pilotprojekt würden Notfalluhren beschafft, außerdem seien Alarmsysteme geplant und im Einzelfall sollten Schutzwesten eingesetzt werden.
Ermittler gehen davon aus, dass ein Sorgerechtsstreit das Motiv für die tödlichen Schüsse in der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade war. Der Vater eines Babys soll dort Ende Juni sechs Menschen getötet haben - drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Hannover sowie drei Beschäftigte der Einrichtung. Der 45-Jährige nahm sich schließlich im Gefängnis das Leben. Das Baby lebt getrennt von seiner Mutter in einer anderen Einrichtung.