Ein Pfleger hat die Vergewaltigung einer demenzkranken Frau in einem Seniorenheim im Landkreis Gifhorn vor Gericht nicht bestritten. Er könne sich an die Tat aber nicht erinnern, ließ der Angeklagte zum Prozessauftakt am Landgericht Braunschweig erklären. Der Richter hatte dem 36-Jährigen zuvor aufgrund der Beweislage ein Geständnis dringend nahegelegt.
DNA-Spuren in den Intimbereichen
Dem Mann aus Burundi wird in dem Strafprozess vorgeworfen, im Oktober 2025 eine an Demenz erkrankte Frau in einem Seniorenheim in der Gemeinde Osloß vergewaltigt zu haben. Laut Anklage verschloss der Pfleger das Einzelzimmer der damals 69-Jährigen und ließ erst von ihr ab, als eine Kollegin versuchte, die Tür zu öffnen. Im Intimbereich des Opfers und des mutmaßlichen Täters wurden laut Staatsanwaltschaft jeweils DNA-Spuren gefunden.
Vor allem mit Verweis auf das entsprechende Gutachten, fragte der Richter den Anklagte direkt zu Beginn, ob er gestehen wolle. «Die mir vorgeworfene Tat möchte ich nicht bestreiten», zitierte der Verteidiger daraufhin seinen Mandanten in der Einlassung. Der Angeklagte gab darin an, unter Depressionen zu leiden und sich häufiger nicht erinnern zu können.