Ein wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagter früherer Narkosearzt hat vor dem Landgericht Hannover mehrere zentrale Vorwürfe eingeräumt. «Ich habe eine ganze Menge Menschen ins Verderben gestürzt», ließ der 52-Jährige über seinen Verteidiger erklären. In einer 14-seitigen Erklärung gab der Anwalt des Mannes am zweiten Prozesstag an, sein Mandant räume die ersten acht Anklagepunkte ein. Sie beziehen sich auf Aufnahmen von narkotisierten Patientinnen im Regionsklinikum Neustadt am Rübenberge bei Hannover.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Anästhesisten insgesamt elf Fälle vor. Laut Anklage soll er die Betäubung junger Patientinnen ausgenutzt haben, um intime Fotos zu machen. In einigen Fällen soll er Mädchen für die Aufnahmen auch berührt haben. Die Opfer waren nach früheren Angaben fast alle minderjährig, das jüngste Mädchen war acht Jahre alt.
Der Angeklagte habe von 2001 bis 2024 als Anästhesist gearbeitet, sagte sein Verteidiger. Die Taten im Krankenhaus waren nach Darstellung der Verteidigung nicht geplant oder vorbereitet gewesen. Der Mann sei in Warte- und Überwachungsphasen einem Impuls gefolgt. Es habe sich um «Zufallsbegegnungen im Krankenhausbetrieb» gehandelt, hieß es in der Erklärung.