Wegen Volksverhetzung muss sich die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck seit Freitag vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Die in rechtsextremen Kreisen populäre 95-Jährige war am 12. November 2015 vom Amtsgericht Hamburg zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Dagegen hatte die Frau Berufung eingelegt, fast neun Jahre später beschäftigt dieser Fall nun erneut die Justiz. Seit Jahrzehnten müssen sich immer wieder Strafgerichte mit den Äußerungen von Haverbeck befassen.
Die Staatsanwaltschaft in Hamburg wirft der aus Nordrhein-Westfalen stammenden Frau Volksverhetzung in zwei Fällen vor. Haverbeck soll am 21. April 2015 am Rande des Lüneburger Prozesses gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning vor Journalisten gesagt haben, Auschwitz sei kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager gewesen. In einem Fernsehinterview des NDR-Magazins «Panorama» verneinte sie zudem, dass es dort eine Massenvernichtung von Menschen gab. Am ersten Prozesstag wurden diese Beiträge im Gerichtssaal gezeigt. Nach Schätzungen von Historikern ermordeten die Nazis allein im KZ Auschwitz-Birkenau mindestens 1,1 Millionen Menschen.