Ihre Mutter hatte ihr eingebläut, sich nicht in Gefahr zu bringen: Das half der 16-jährigen Liana aber nicht, als sie im August 2025 am Bahnhof im niedersächsischen Friedland völlig wehrlos von hinten vor einen Güterzug geschubst wurde und starb. Gestoßen hat die Jugendliche aus Thüringen nach Überzeugung des Landgerichts Göttingen ein 31-jähriger Mann. Für ihn wurde wegen Schuldunfähigkeit die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.
Mutter nimmt Urteil unter Tränen auf
Unter Tränen nahm die Mutter das Urteil der Schwurgerichtskammer auf. Für den Verlust ihrer Tochter habe sie sich ein Mordurteil gegen den Beschuldigten gewünscht, sagte ihr Anwalt. Seit dem 11. August 2025 stehe die Frau morgens auf und vermisse ihre Tochter, abends gehe sie ins Bett und vermisse ihre Tochter, sagte der Vertreter der Nebenklage nach dem Urteil. Mehrmals hatte die Mutter ein Bild ihrer Tochter vor sich aufgestellt.
Für die Kammer gebe es keinen Zweifel, dass der Mann aus dem Irak die Jugendliche vor den durchfahrenden Zug gestoßen hat. Die 16-Jährige erlitt durch den Zusammenprall Verletzungen am Kopf, die sie nach Ermittlerangaben sofort töteten. Als wesentliches Indiz bezeichnete der Richter DNA-Spuren des Beschuldigten, die unter anderem am Rücken der Getöteten gefunden wurden. Dies lasse sich nur damit erklären, dass der 31-Jährige die Jugendliche von hinten gestoßen habe.