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Warnung vor Zecken – wie man sich schützen kann

Masyar Monazahian, Virologe am Landesgesundheitsamt, zu FSME: «Das Virus ist längst in Niedersachsen angekommen.» (Symbolbild) / Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Masyar Monazahian, Virologe am Landesgesundheitsamt, zu FSME: «Das Virus ist längst in Niedersachsen angekommen.» (Symbolbild) / Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Viele glauben, im Wald und bei Ausflügen müsse man sich vor Zecken hüten. Ein Experte warnt allerdings: Die Tiere lauern auch dort, wo man sie nicht vermutet.

Das niedersächsische Landesgesundheitsamt warnt vor der von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). «Das Virus ist längst in Niedersachsen angekommen», sagte Masyar Monazahian, Virologe des Landesgesundheitsamts, der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». «Wir sehen seit Jahren, dass FSME sich immer weiter in Richtung Norden verbreitet», betonte er.

Der Experte sagte, die Fallzahlen seien zwar weiterhin niedrig, stiegen aber leicht. «Entscheidend ist: Wir haben sogenannte autochthone Fälle – also Menschen, die sich nachweislich hier infiziert haben und nicht im Urlaub oder in anderen Risikogebieten.»

Bei Impfquote «Luft nach oben»

Bekanntestes Symptom einer FSME-Erkrankung ist die Hirnhautentzündung. Unter Umständen können Fieber, Kopfschmerzen oder Erbrechen und selbst Darmbeschwerden auf eine Infektion hindeuten. Der Experte rief dazu auf, sich zu schützen – «durch Kleidung, Absuchen und je nach Risiko auch durch eine Impfung». Bei der Impfquote sei aber noch «Luft nach oben. Viele unterschätzen ihr Risiko oder denken, eine einmalige Impfung reicht. Dabei muss der Schutz regelmäßig aufgefrischt werden». Von Zecken übertragen wird darüber hinaus die Borreliose, gegen die es keine Impfung gibt.

Wichtig sei: Nicht jeder gemeldete Fall sei auf eine Infektion in Niedersachsen zurückzuführen: «Wenn man das herausrechnet, bleiben jedes Jahr einige wenige Fälle übrig – aber die sind über das ganze Land verteilt. Wir sehen Infektionen etwa in Gifhorn, Osnabrück, Cuxhaven oder auch im Ammerland.» Es gehe um Einzelfälle, die aber seien nicht auf einzelne Regionen beschränkt.

Kontakt zu Zecken im Alltag

Im Fall einer Infektion werde geklärt, wo sich die betreffende Person aufgehalten habe, ob sie auf Reisen gewesen sei – und sei es zu einer Infektion in der Region gekommen, sammelten die Experten dort Zecken. Diese werden dann seinen Worten zufolge im Labor untersucht, um festzustellen, ob sie das Virus übertragen.

Monazahian betonte: «Zecken finden Sie im direkten Lebensumfeld, also direkt vor der Haustür oder im Park – nicht nur tief im Wald. Viele stecken sich im eigenen Garten an.» Die Tiere seien flächendeckend verbreitet. «Der Kontakt passiert im Alltag – nicht nur bei Ausflügen.» Viele Infektionen verliefen aber unbemerkt, etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen merkten nichts. Bei schweren Verläufen allerdings könne das Nervensystem betroffen sein.

«Mildere Winter sorgen dafür, dass Zecken und ihre Wirtstiere besser überleben», warnte der Virologe. Dadurch steige die Verbreitung. «Zecken sind heute oft schon früh im Jahr – und auch teilweise ganzjährig – aktiv.»

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