Nach einem Abflauen der Vogelgrippe in Deutschland könnte das Infektionsgeschehen nach Ansicht von Experten demnächst wieder anziehen. Grund sei zum einen der Frühjahrszug der Zugvögel, die vor allem ab Mitte Februar bis Ende März aus ihren Winterquartieren zurückkehrten, sagte Timm Harder vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald. «Man wird sehen, ob sich das Geschehen dann noch mal intensiviert.» Denkbar wäre auch, dass die massive Aktivität des Erregers im Herbst und Winter zu einer gewissen Immunität bei den Vögeln geführt hat.
«Die Behörden schauen mit Bangen auf den Frühjahrszug der Vögel und die Aufhebung der Wiederbesetzungssperren.» Vor allem in bestimmten Regionen Niedersachsens seien Geflügelbetriebe nicht mit neuen Küken besetzt worden, nachdem ganze Bestände nach Vogelgrippe-Nachweisen getötet worden waren. Dadurch werde die Dichte der Bestände vor allem in Gebieten mit sehr vielen Haltungen gesenkt. Ab Februar, März würden diese Sperren aufgehoben, Wiederbelegungen durchgeführt und damit die Populationsdichte wieder steigen. «So dass dann auch parallel dazu wieder mehr Ausbrüche befürchtet werden», erklärte Harder, der das Nationale Referenzlabor für Aviäre Influenza am FLI leitet.