Antibiotika, Antidepressiva oder Kochsalzlösung – Apotheker in Niedersachsen haben bei zahlreichen Medikamenten und medizinischen Produkten mit Lieferengpässen zu kämpfen. Die Lage sei «nach wie vor angespannt», teilte die Apothekerkammer Niedersachsen mit. Viele verschiedene Arzneimittel seien betroffen, darunter auch Kochsalzlösung. Die Lieferengpässe dauerten zwischen wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten.
«Eine der Ursachen für Arzneimittel-Lieferengpässe ist die Verlagerung der Produktion in Schwellenländer aufgrund des harten Preiswettbewerbs», sagte eine Sprecherin der Apothekerkammer. Produktions- und Qualitätsprobleme sowie anhaltende Preisverhandlungen zwischen Herstellern und Krankenkassen kämen hinzu. Bei der Kochsalzlösung gehe es nach Herstellerangaben um einem Lieferengpass bei einem Zulieferer von Glasflaschen.
Lieferengpässe für sogenannte versorgungskritische Arzneimittel werden den Angaben zufolge von den Herstellern in einer Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt. Ein Lieferengpass ist demnach eine über zwei Wochen hinausgehende Unterbrechung einer üblichen Auslieferung oder eine deutlich erhöhte Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Anfang Oktober waren dort knapp 500 Medikamente gelistet.