Ruth Fangmann ist Krankenschwester. Seit 38 Jahren arbeitet sie im St. Josefs-Hospital in Cloppenburg in der Pflege. Bei einer Pressekonferenz von mehr als 50 freigemeinnützigen Kliniken in Niedersachsen spricht sie über Geld, Gesetze und Krankenhausfinanzierung – aber vor allem über Würde.
Fangmann: «Ein Patient ist eben nicht der Blinddarm in Zimmer 12»
«Ein Patient ist eben nicht der Blinddarm in Zimmer 12», sagt die 56-Jährige. Bei ihnen bleibe ein Patient ein Mensch «mit einer Geschichte, mit Ängsten und eben auch mit dieser seiner Würde». Mit solchen Sätzen holt Fangmann die Debatte über Klinikfinanzierung aus der Welt der Bilanzen ans Krankenbett.
Die Kampagne «Klinikfinanzierung fair Niedersachsen» wirbt nach Angaben der Organisatoren für bessere Bedingungen für freigemeinnützige Krankenhäuser. Mehr als 50 Häuser – also fast alle in Niedersachsen – hätten sich angeschlossen. Ihr Vorwurf: Während kommunale Krankenhäuser Defizite teils durch öffentliche Mittel ausgleichen könnten, fehle freigemeinnützigen Häusern diese Möglichkeit. Dadurch entstehe eine Wettbewerbsverzerrung zulasten eines wichtigen Teils der stationären Versorgung.