Niedersachsen will keine Menschen mehr abschieben, die im Kirchenasyl Zuflucht gesucht haben. Das kündigte Innenministerin Daniela Behrens am Dienstag nach einem Gespräch mit Vertretern des zuständigen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der evangelischen Kirche an. Die Anerkennungsquote des BAMF als Härtefall im Kirchenasyl liege derzeit nur bei 0,5 bis 1 Prozent, kritisierte die SPD-Politikerin. Das habe das Land in eine Situation gebracht, in der es zum Beispiel eine Familie aus dem Kirchenasyl in Bienenbüttel trotz menschlicher Härten nach Spanien überstellen musste. Das Land habe Vollzugshilfe für die Bundesbehörde leisten müssen.
«Das ist insbesondere für die Betroffenen hoch belastend, aber auch für die Gemeinden und alle an diesen Verfahren Beteiligten keine angenehme Lage», sagte Behrens. Ihr sei deshalb sehr daran gelegen, dass die Kirchen und das BAMF wieder ein gemeinsames Verständnis davon entwickeln, wann ein Härtefall vorliege. Beide Parteien hätten weitere Gespräche zu diesem Thema vereinbart. «Die Landesregierung respektiert das Kirchenasyl und wird vor diesem Hintergrund keine weiteren Überstellungen oder Abschiebungen aus dem Kirchenasyl vornehmen», sagte die niedersächsische Innenministerin.