Nachts essen und tanzen sie an einem Lagerfeuer, tagsüber baden sie in Seen, kochen oder jonglieren: Rund 1.500 Menschen der sogenannten Rainbow-Family bevölkern derzeit den Harz. Vor mehr als einer Woche haben sie ein illegales Zeltlager in einem Waldgebiet aufgeschlagen. Was bewegt diese Menschen und wer sind sie?
«Ich möchte Zeit mit und in der Natur verbringen», sagt Teilnehmer Jo (38) - lange Haare, zotteliger Bart - der auf seinem Fahrrad aus Frankfurt gekommen ist. Gerade hat der studierte Maschinenbauer neben Fischen im klaren Wasser eines Sees gebadet - nackt und vor allem ohne Shampoo, «um das Wasser nicht zu verunreinigen».
«Seit wir hier sind, lebt der Wald wieder. Alles blüht dreimal so stark, wenn Leben vorherrscht» - so fühle sich das Leben im Camp für ihn an. Vielleicht reise er zu einer anderen Rainbow-Veranstaltung weiter, sagt er. Manche Teilnehmer würden das jahrelang machen.