Zwei Jahre nach der Cannabis-Teillegalisierung sehen Vertreter der Grünen in Niedersachsen positive Effekte durch sogenannte Anbauvereinigungen. Diese könnten dazu beitragen, den Schwarzmarkt einzudämmen sowie Verbraucher und deren Gesundheit stärker zu schützen, sagte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) bei einem Besuch des Vereins Hemp Heaven Hannover im Stadtteil Linden-Mitte.
Niedersachsen hat bundesweit die meisten Vereinigungen pro Kopf
Cannabis-Anbauvereinigungen schafften eine kontrollierte und transparente Bezugsquelle für Cannabis und klärten zugleich Konsumenten besser auf. Niedersachsen habe im Bundesvergleich derzeit die meisten Anbauvereinigungen pro Kopf.
Zudem veröffentlicht das Land laut Ministerin als einziges Bundesland eine Liste der anerkannten Vereine. Dadurch könnten Bürger sehen, ob es in ihrer Nähe entsprechende Angebote gebe.
Vorsitzender: «Mittel, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen»
Auch die rechtspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen, Evrim Camuz, bewertete die Teillegalisierung positiv. Diese eröffne die Chance, einen legalen Markt aufzubauen und entlaste zugleich Justiz und Polizei. Ein Zurückdrehen der Legalisierung würde den begonnenen Wandel gefährden. Für Konsumierende müsse es legale und kontrollierte Bezugsquellen geben.
Der Vorsitzende des Vereins Hemp Heaven Hannover, Hannes Lokatis, bezeichnete Cannabis-Anbauvereinigungen als «hervorragendes Mittel, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen». Ein Werbeverbot sei zwar sinnvoll, dürfe die Vereine jedoch nicht daran hindern, für Konsumenten sichtbar zu sein, die bislang auf illegale Angebote angewiesen seien. Viele Menschen seien froh über die Möglichkeit, Beratung und eine legale Auswahl zu erhalten.
Kritiker warnen vor gesundheitlichen Risiken des Konsums
Laut aktuellen Erhebungen hat rund jeder zehnte Erwachsene in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert. Kritiker der Anbauvereinigungen warnen vor möglichen gesundheitlichen Risiken des Konsums. Zudem wird teilweise befürchtet, dass der Zugang zu Cannabis dadurch gesellschaftlich normalisiert und insbesondere für junge Menschen attraktiver werden könnte.
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