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Leuchttürme an Schleswig-Holsteins Küste: automatisiert, navigationssicher und touristisch genutzt

Leuchttürme an Schleswig-Holsteins Küste: automatisiert, navigationssicher und touristisch genutzt
Leuchttürme weisen auch heute noch Seeleuten den Weg. (Symbolbild) / Foto: Axel Heimken/dpa
Rund 60 Leuchttürme stehen an Schleswig-Holsteins Küsten, doch längst nicht alle weisen noch Schiffen den Weg. Welche Aufgaben die Türme heute auch übernehmen können.

Seit Jahrhunderten prägen sie die Küsten. Sie gehören zu den bekanntesten Fotomotiven des Nordens und sollen Seefahrern eine sichere Reise ermöglichen. Die Leuchttürme an Nord- und Ostsee zählen zu den großen Attraktionen der Küste - nicht nur im nördlichsten Bundesland. An Schleswig-Holsteins Meeren gibt es laut der Tourismus-Agentur rund 60 Stück - doch nicht alle erfüllen noch ihre ursprüngliche Funktion.

Wie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mitteilt, ist die grundsätzliche Funktion der Türme weitgehend gleich. Neben der Funktion, bei Dunkelheit oder schlechter Sicht ein rettendes Licht zu spenden, dienen Leuchttürme auch als markante Orientierungspunkte in der Landschaft. Die Bauwerke sind in den Seekarten verzeichnet und spielen eine entscheidende Rolle in der Navigation. 

Bedeutung für Freizeit- und Berufsschifffahrt

Durch die Peilung der Leuchtfeuer und die Bestimmung ihrer Winkel zueinander auf dem Kompass können Seeleute ihre genaue Position auf der Seekarte ermitteln. Diese Methode ist in der Freizeitschifffahrt nach wie vor von großer Bedeutung.

In der Berufsschifffahrt hingegen wird die Redundanz der Leuchttürme geschätzt: Sie dienen als wertvolle Ergänzung zur elektronischen Navigation und als zuverlässige Alternative im Falle eines Ausfalls elektronischer Hilfsmittel, hieß es. Die rund 200 Leuchttürme an der deutschen Küste und an den großen schiffbaren Flüssen seien Teil einer umfassenden Verkehrssicherung.

Leuchtturmwärter gehören der Vergangenheit an

Leuchtturmwärter gibt es aber schon länger nicht mehr. Der letzte arbeitete in Mecklenburg-Vorpommern auf Hiddensee und ging 1998 in den Ruhestand. Mittlerweile sind nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung die Türme automatisiert. Es macht keiner mehr per Hand das Licht an und aus.

Damit Wartung und Betrieb der Leuchtfeuer weiterhin gesichert sind, stehen küstenweit verteilte sogenannte «Nachrichtentechnische Werkstätten» mit geschultem Personal bereit. Die Mitarbeitenden aus diesen Werkstätten können laut des Sprechers der Schifffahrtsverwaltung als Nachfolger der Leuchtturmwärter angesehen werden.

Wann ein Turm abgeschaltet wird

Wenn ein Seeweg neu eingestuft wird und ein bestehender Turm überflüssig erscheint, schaltet man ihn zunächst testweise ab. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden den Angaben nach erneut gründlich geprüft. Zeigt sich, dass der Turm eher stört und Kosten verursacht, entfernt man ihn aus dem Bundesvermögen.

Gibt es keine Interessenten für eine sinnvolle Nachnutzung, übergibt man ihn oft der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben oder anderen Institutionen. In solchen Fällen werden die Türme häufig versteigert. Behindert der Turm den Schiffsverkehr oder könnte er Verwechslungen auslösen, baut man ihn ab.

Leuchttürme werden auch touristisch genutzt

Laut der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) sind Leuchttürme Besuchermagnete und stellen bedeutsame Ausflugsziele dar. Nicht zuletzt seien sie unverwechselbare Fotomotive für Gäste und Einheimische, hieß es. Dabei haben einige Türme auch ganz neue Funktionen.

So kann nach TASH-Angaben etwa auf zehn Leuchttürmen im nördlichsten Bundesland geheiratet werden - etwa auf den Türmen Hörnum (Sylt), Pellworm, Westerhever, Falshöft, Dahmeshöved, Flügge (Fehmarn) und Kiel-Holtenau. Zudem werden außer Dienst stehende Leuchttürme unter anderem auch als Übernachtungsangebot wie etwa in Dagebüll, als Filmkulisse oder für Führungen zur Geschichte genutzt.

Auch Deutschlands ältester Leuchtturm steht in Schleswig-Holstein: der Turm im Ostseebad Lübeck-Travemünde von 1539. Heute leuchtet er nicht mehr. Ein maritimes Museum zeigt hingegen die Geschichte der Leuchtfeuertechnik. Besucher entdecken dort unter anderem historische Öl- und Gaslampen, die einst in Leuchttürmen brannten.

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