Zur Begrüßung wartet ein Kartoffelschnaps in halbierten, ausgehöhlten, rohen Knollen, danach eine Rösti-Zucchini-Rolle und ein Süßkartoffel-Kuchen. Der Kult um die Knolle im Kartoffel-Hotel inmitten des wendländischen Rundlingsdorfs Lübeln wird von früh bis spät gelebt. Säcke mit frischen Erdäpfeln zum Verkauf warten schon am Empfang, wo Gäste eine steinerne Kartoffel als Anhänger für den Zimmerschlüssel bekommen.
«Gloria, Hansa und Clivia» - die alten Sorten stehen auf kleinen Schildern über den renovierten Zimmern in dem historischen Bauernhof, manche dienten früher als Viehboxen. «Weltweit gibt es das Kartoffel-Hotel nur einmal», sagt Olaf Stehr, der die Ferienanlage seit 30 Jahren betreibt. Dazu führt er ein auf Ayurveda und Yoga spezialisiertes Haus bei Hitzacker.
365 Tage im Jahr habe man geöffnet und beherberge auch ausländische Kartoffel-Liebhaber. Besonders im Gedächtnis ist ihm der Besuch der Manager der größten Chips-Fabrik in Japan geblieben: «Die waren begeistert, wir haben zusammen japanisch-deutsche Rezepte gekocht.»