Ihre Heimat ist der Harz, doch die Schwestern Malou Traina und Phelia Müller zieht es von dort aus immer wieder in die Ferne. Bei ihrem jüngsten Abenteuer haben die jungen Frauen nach eigenen Angaben rund 2650 Kilometer zurückgelegt - teils auf dem Fahrrad, teils zu Fuß. Am Donnerstagmorgen kamen sie am Nordkap, dem nördlichsten vom Festland aus auf dem Straßenweg erreichbaren Punkt Europas, an.
«Es war mega», sagte Traina wenige Stunden nach ihrer Ankunft am Kap. «Vielleicht realisieren wir auch erst, dass wir wirklich da sind, wenn wir am nächsten Tag nicht mehr auf das Rad steigen», hatte sie noch am Tag davor vermutet.
Gestartet waren die Schwestern in Wassersleben in Schleswig-Holstein nahe der dänischen Grenze. Der Wecker klingelte täglich meist um 4.30 Uhr. Danach aufstehen, Sachen packen, Sachen auf das Rad schnüren und los.
Etwa 80 Kilometer legten sie pro Tag zurück. Erst lief Müller 20 Kilometer, dann Traina. Anschließend folgten noch einmal 40 Kilometer gemeinsam auf einem Rad, das eigentlich für Menschen mit Behinderung ausgelegt ist. Die Schwestern hatten es nach langer Suche im Internet gefunden: Es hat zwei Räder, beide Schwestern können aber treten und sitzen voreinander darauf. «Für uns war es die Möglichkeit, sowohl alleine als auch zu zweit zu fahren», erklärte Müller vor der Ankunft.