Wer derzeit im Edersee baden möchte, muss zunächst einen längeren Weg über Sand und Gestein zurücklegen. Denn mitten in der Sommerferien-Saison ist der größte Stausee Hessens und Touristenmagnet im Landkreis Waldeck-Frankenberg nur noch zu knapp 20 Prozent gefüllt. «Das ist für uns katastrophal», sagt Thomas Hennig vom Regionalverband Eder-Diemel (RVED), einer Interessenvertretung von Kommunen, Wassersportlern, Hoteliers und Gastronomen.
Zwei Drittel des Sees seien bereits trockengefallen. Wassersport sei nur noch im Bereich der Sperrmauer möglich. «Unser Betrieb hat im zweiten Jahr Umsatzverluste von 50 Prozent», berichtet Hennig, der eine Segelschule betreibt und Unterkünfte anbietet. Viele Betriebe stünden mit dem Rücken zur Wand. «Es ist inzwischen jeder dritte Betrieb zu veräußern. Aber wer will das kaufen? Wer will das kaufen, wenn wir kein Wasser im See haben?»