Die hochsommerlichen Temperaturen locken viele Menschen an die Badegewässer. Die Wasserqualität ist nach Angaben der Behörden an den meisten überwachten Badeseen in Niedersachsen und Bremen ausgezeichnet. Daten liegen für die meisten der rund 270 offiziellen Badestellen vor, von denen sich einige auch an Flüssen sowie an der Nordsee befinden.
«Wir sind mit den niedersächsischen Badegewässern sehr zufrieden, die meisten sind als "ausgezeichnet" oder "gut" eingestuft», sagt Katrin Luden, die am Standort des Landesgesundheitsamts in Aurich die Abteilung Wasserhygiene leitet. Derzeit gebe es nur ein Badeverbot: Im Uphuser Meer bei Emden sind demnach erhöhte Werte von Kolibakterien festgestellt worden.
Blaualgen kommen vermehrt vor
Es gibt allerdings auch einige Seen, in denen vermehrt Blaualgen vorkommen. Warnungen gibt es unter anderem für das Ricklinger Bad in Hannover, mehrere Stellen des Zwischenahner Meeres und den Inselsee bei Lüneburg. Auch im Badesee Vechelde – Freibad Bettmar – im Landkreis Peine ist ein erhöhtes Aufkommen von Blaualgen festgestellt worden. Deswegen hat der Betreiber das Bad geschlossen.
Im Stadtwaldsee in Bremen – auch Unisee genannt – gibt es laut Behörde ebenfalls ein massives Blaualgenvorkommen. Die Blaualgen seien in diesem Fall schwer zu erkennen und gleichmäßig im Wasser verteilt. Es wird demnach empfohlen, in diesem See nicht zu baden.
Blaualgen, die auch Cyanobakterien genannt werden, können Giftstoffe bilden, die durch Wasserkontakt die Gesundheit schädigen können. Beim Verschlucken von Wasser können laut Gesundheitsamt Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit auftreten.
Badegäste selbst gefordert
«Wenn es sehr warm ist und die Sonneneinstrahlung stark wird, ist jeder Badegast selbst gefordert», betont Luden. Denn Blaualgen entwickelten sich sehr schnell. Wenn man als Erwachsener knietief im Wasser steht und seine Füße durch die so entstandene Trübung nicht mehr sehen könne, sollte man auf das Baden verzichten.
Am Steinhuder Meer sollten sich Badegäste übrigens vor dem hochgiftigen weißen Phosphor in Acht nehmen. Vor allem am Badestrand Weiße Düne in Mardorf und auf der Badeinsel im Steinhuder Meer kommen diese gefährlichen Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg vor. Weißer Phosphor sieht aus wie Bernstein und kann zu schweren Verbrennungen führen.
Wer in der Natur schwimmen gehen möchte, kann sich im Internet beim Badegewässer-Atlas Niedersachsen über die aktuelle Qualität des jeweiligen Gewässers erkundigen. Einen solchen Badegewässer-Atlas gibt es auch für das Land Bremen.
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