Es geht um Bibeltexte, Nächstenliebe und christliche Traditionen. Aber auch um Krieg, Armut, Antisemitismus, andere Religionen und die Frage: «Wer bin ich?» Niedersachsen führt an seinen Schulen ein neues Fach ein, das mehr sein soll als klassischer Religionsunterricht. Vom kommenden Schuljahr an werden evangelischer und katholischer Religionsunterricht schrittweise im neuen Fach Christliche Religion zusammengeführt, wie das Kultusministerium mitteilte.
Das Modell sei bundesweit einmalig. Evangelische und katholische Kirchen tragen den Unterricht künftig gemeinsam. Für Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) ist das «etwas Historisches». Die Kirchen hätten den Anstoß dafür gegeben.
Doch hinter der Reform steckt mehr als eine organisatorische Neuordnung zweier Schulfächer. Das neue Fach ist auch eine Reaktion auf eine Gesellschaft, in der immer weniger junge Menschen evangelisch oder katholisch sind – und Schulklassen zugleich religiös und weltanschaulich vielfältiger werden. Das Kultusministerium spricht von einer «wachsenden konfessionellen, religiösen und weltanschaulichen Vielfalt in den Schulen».