Der für die Metall- und Elektroindustrie zuständige Gewerkschaftsfunktionär im Norden, Daniel Friedrich, erwartet 2026 eine anstrengende Tarifrunde. «Es wird anstrengend, weil wir einen Spagat brauchen zwischen Branchen, die nicht vom Fleck kommen, und Boom-Branchen», sagte Friedrich in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Die Automobilindustrie stagniere, während Rüstung, Medizintechnik sowie Luft- und Raumfahrt florierten.
Der bestehende Tarifvertrag, der im November 2024 mit den Arbeitgebervertretern abgeschlossen worden ist, läuft Ende Oktober 2026 aus. Er sieht vor, dass strauchelnde Unternehmen die Zahlung des sogenannten Transformationsgelds aufschieben oder streichen können, falls bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
«Wir haben Lösungen für Betriebe, denen es schlecht geht», sagte Friedrich, der seit 2019 den Bezirk Küste der Gewerkschaft leitet. «Aber warum haben wir noch kein tarifliches Modell für Betriebe, die wirtschaftlich gut dastehen?» Überdurchschnittlich erfolgreiche Firmen könnten Beschäftigten mehr Geld zahlen als andere.