Nach 106 Jahren liegt das kaiserliche U-Boots U16 wieder auf dem Trockenen. Ein erster Teil des 57 Meter langen Bootes wurde in der Nacht zum Montag mit Hilfe eines Schwimmkrans aus der Nordsee vor Scharhörn geborgen. Doch warum war das U-Boot 1919 überhaupt gesunken? «Es ist nichts von Toten bekannt», sagt der Marinehistoriker Jann M. Witt vom Deutschen Marinebund der Deutschen Presse-Agentur.
Witt betont, er habe daher die begründete Annahme, dass es sich um einen Unfall in Anführungsstrichen handelte. «Vermutlich ist das U-Boot von der Besatzung selbst versenkt worden, um der Auslieferung zu entgehen.». Die Nähe des Untergangsorts zu Scharhörn sei ein Indiz dafür.
Die Auslieferung deutscher U-Boote an die Alliierten sei nach dem Ersten Weltkrieg eine der Voraussetzungen für den Waffenstillstand gewesen, sagt Witt. «Weil die U-Boote sich ja im Ersten Weltkrieg durchaus als gefährliche Waffe erwiesen haben. Eigentlich mussten alle U-Boote ausgeliefert werden.»