Wenn sich der Mond am Mittwoch kurz nach 19.00 Uhr vor die Sonne schiebt, wird sie von Norddeutschland aus gesehen bis zu 90 Prozent bedeckt sein. Wer nun glaubt, so spät am Abend ist die Leuchtkraft der Sonne nicht mehr gefährlich, der irrt gewaltig. Björn Voss, Direktor des Hamburger Planetariums, warnt eindringlich davor, das Phänomen zu unterschätzen.
Die Sonnenfinsternis ist diesmal abends. Brauche ich da wirklich eine Schutzbrille?
«Egal bei welchem Sonnenstand – ob morgens, mittags oder abends kurz vor Sonnenuntergang: Wer eine Sonnenfinsternis beobachten möchte, muss unbedingt eine spezielle Schutzbrille tragen.» Das Auge funktioniere wie ein Brennglas. Die Hornhaut und die Linse bündeln das Sonnenlicht und fokussieren es auf den Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut.
«In diesem Zuge wird das Gewebe beim direkten Blick auf die Sonnenscheibe von der intensiven UV- und Infrarotstrahlung verbrannt. Der natürliche Schutzreflex setzt leider viel zu spät ein, da unsere Netzhaut keine Schmerzrezeptoren besitzt.» Die Folge seien schwere Augenschäden bis zur Erblindung.