An Bord der neuen «Wilhelmshaven Express» stapeln sich so viele orange Container, dass die Brücke des Schiffes in gut 60 Metern Höhe vom Boden aus kaum zu erkennen ist. Die Reederei Hapag-Lloyd hat das XXL-Containerschiff am JadeWeserPort in Wilhelmshaven getauft. Zusammen mit ihren ebenso riesigen elf Schwesterschiffen soll die «Wilhelmshaven Express» nun regelmäßig Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen ansteuern. Kommt mit den Megafrachtern der lang ersehnte Aufschwung für den Hafen?
Warum setzt Hapag-Lloyd auf solche Container-Riesen?
Mit der «Wilhelmshaven Express» und ihren elf Schwesterschiffe will Hapag-Lloyd Maßstäbe bei Nachhaltigkeit und Produktivität setzen. Das Schiff hat einen sogenannten Dual-Fuel-Antrieb, der mit Flüssigerdgas (LNG) und Schiffsdiesel angetrieben wird. Durch den LNG-Betrieb soll das Schiff im Vergleich zu herkömmlichen Schiffsantrieben bis zu 25 Prozent weniger klimaschädliche CO2-Emissionen verursachen.
Wird der Megafrachter öfter in Wilhelmshaven zu sehen sein?
Ja, denn das Schiff wird im frachtintensiven Fernost-Dienst zwischen Asien und Europa eingesetzt – und zwar im Rahmen der «Gemini Cooperation», einem Zusammenschluss der Reedereien Maersk und Hapag-Lloyd, der seit diesem Jahr besteht. Der JadeWeserPort ist dabei einer der Hauptumschlagsplätze. Im Juli lief die «Wilhelmshaven Express» den JadeWeserPort bereits einmal an.
Wie funktioniert die «Gemini Cooperation»?
In der Allianz teilen Maersk und Hapag-Lloyd Laderäume mancher Schiffe. Dazu setzen die Reedereien auf ein sogenanntes Hub-and-Spoke-System. Das System sieht vor, dass die großen Containerschiffe, wie die «Wilhelmshaven Express», allein die großen Häfen («Hubs») anlaufen. Von dort verteilen sie die Waren weiter. Dem Verfahren liegt die Annahme zugrunde, dass weniger Hafenanläufe zu weniger Verspätungen führen.